Mindset schlägt Maßnahmen – Warum der Koalitionsvertrag 2025 den Wandel verschläft

Bild: Created by FireFly: Symbolic scene of social transformation: A diverse group of people standing on a hill, overlooking a bright, open future. In the background, a city in transition.

Teaser:
Der Koalitionsvertrag 2025 klingt ambitioniert – Investitionen, Innovation, Transformation. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Es ist ein Vertrag des „Weiter so“. Was fehlt, ist das Fundament echter Erneuerung – ein neues Denken. Warum das gefährlich ist, und wie wir es besser machen könnten.


Deutschland 2025 – Warum die alte Denke nicht mehr reicht

Wir leben in einer Zeit fundamentaler Umbrüche: Klimakrise, technologische Disruption, mentale Erschöpfung und gesellschaftliche Spaltung fordern uns heraus wie nie zuvor. Die gute Nachricht: Lösungen sind da – in Form von Technologien, Ideen und engagierten Menschen. Die schlechte: Unsere Denkweise hinkt hinterher.

Transformation ist heute keine Option mehr – sie ist Notwendigkeit. Doch sie beginnt nicht mit Gesetzen. Sie beginnt im Kopf.


Der Koalitionsvertrag 2025: Gute Sprache, schwache Wirkung

Der neue Koalitionsvertrag1 liest sich auf den ersten Blick modern: Es geht um Wasserstoff, Digitalisierung, Start-ups, Bildung, KI und Nachhaltigkeit. Alles wichtige Themen. Doch der Vertrag denkt in den alten Kategorien weiter:

  • Top-down statt Co-Creation.
  • Förderprogramme statt Kulturwandel.
  • Techniklösungen statt ganzheitliche Lernräume.

Das Resultat: ein pragmatischer Verwaltungskurs – aber keine Vision. Kein Mut, echte Strukturen neu zu denken. Kein Raum für die kollektive Lernreise, die wir brauchen.


Transformation wird rein technisch gedacht

Die Maßnahmen konzentrieren sich auf Investitionsfonds, Steuerpolitik, Energiepreise. Doch Transformation ist mehr als Technik und Kapital.

Was fehlt:

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • Future Skills wie Kollaboration, Agilität, Selbstwirksamkeit
  • Räume für Beteiligung, Partizipation und Experimente
  • Neue Führungskultur in Politik, Wirtschaft und Verwaltung
  • Verbindung zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs)

Kurz: Der Wandel wird verwaltet – nicht gestaltet.


Wenn alte Strategien als Lösung verkauft werden

Ein Blick in die wirtschaftspolitischen Forderungen des BVMW zur Bundestagswahl 2025 zeigt ein ähnliches Bild​2 gefordert werden Steuersenkungen, verkürzte Abschreibungsfristen, weniger Bürokratie. Alles klassische Instrumente der Angebotsökonomie – aus einer Zeit, in der man glaubte, Wachstum sei allein durch günstige Rahmenbedingungen erzwingbar.

Doch solche Forderungen greifen zu kurz. Denn sie setzen voraus, dass Unternehmen schon bereit wären für Wandel – und sich nur der Staat ändern müsste. Aber der Wandel beginnt innen: in der Haltung, im Purpose, im Führungsstil, in der Lernbereitschaft von Organisationen selbst.

Wenn wir also wirklich Transformation wollen – in Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft – dann braucht es nicht nur neue Gesetze, sondern eine neue Haltung. Und genau die sucht man in vielen Forderungspapieren noch vergeblich.


Warum Mindsets der eigentliche Schlüssel sind

Veränderung scheitert selten an Technik – sondern an Menschen. Genauer gesagt: an ihren Mindsets.

Unsere Gesellschaft ist geprägt von Sicherheitsdenken, Perfektionismus und Fehlervermeidung. Doch was wir jetzt brauchen, ist das Gegenteil:

  • Mut zu Scheitern.
  • Freude am Lernen.
  • Offenheit für Neues.
  • Experimentierfreude.

Studien zeigen: In Deutschland fehlt es an mentaler Veränderungsfähigkeit – über alle Bereiche hinweg: Bildung, Verwaltung, Wirtschaft.

Bildung als Testlabor für den Wandel

Ein Gegenmodell zeigt sich dort, wo Transformation ernst genommen wird – z. B. in Projekten wie Schule im Aufbruch3​.

Hier entstehen ganzheitliche Schulkonzepte auf Basis von:

  • Selbstwirksamkeit statt Leistungsdruck
  • Kollaboration statt Frontalunterricht
  • Sinnorientierung statt Paukerei

Diese Schulen entwickeln sich zu echten Zukunftslaboren – mit Wirkung weit über das Klassenzimmer hinaus. Warum ist das nicht der Standard?


Wo sind die Changemaker?

In allen Bereichen gibt es bereits Menschen, die neues Denken leben: Changemaker. Sie sind mutig, experimentell, kollaborativ, nachhaltig unterwegs. Doch oft bleiben sie an den Rändern, weil Strukturen ihren Ideen keinen Raum geben.

Die Politik müsste diese Menschen nicht nur anhören – sondern ihnen Bühne und Budget geben.

Denn nur mit dieser neuen Haltung kann aus Wandel Bewegung werden. Und aus Bewegung: Transformation.


Gute Veränderung wirkt als Einladung

Wenn Wandel gelingt – sei es in einer Schule, einem Unternehmen oder einer Kommune – entsteht mehr als nur ein neues Ergebnis: Es entsteht ein Vorbild. Und Vorbilder wirken ansteckend.

Transformation wird dann greifbar, wenn andere sehen: „So kann es gehen.“
Das motiviert zum Mitmachen, inspiriert zum Nachahmen und stärkt den Glauben daran, dass Veränderung nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist.

Deshalb braucht es mutige Vorangeher*innen – und eine Politik, die diesen Projekten Raum gibt, sie sichtbar macht und ihre Erfahrungen teilt. Denn kein noch so gutes Konzept ersetzt die Kraft echter Geschichten.


Fazit: Der Wandel beginnt nicht im Kanzleramt – sondern in unserem Denken

Der Koalitionsvertrag 2025 ist kein Rückschritt – aber auch kein echter Aufbruch. Er bietet Werkzeuge, aber kein neues Fundament. Er redet von Zukunft – bleibt aber im Gestern verhaftet.

Was fehlt, ist der radikale Perspektivwechsel.

Wenn wir Deutschland zukunftsfähig machen wollen, brauchen wir:

  • Bildung als Motor für Wandel
  • Changemaker als Vorbilder
  • Politik auf Augenhöhe
  • Strukturen, die Lernen ermöglichen
  • Mut zur Unsicherheit
  • Und: gute Beispiele, die Lust auf Nachahmung machen

Oder wie man es einfacher sagen kann:
Wir müssen lernen, neu zu denken.


Deine Meinung?

Was fehlt dir im aktuellen politischen Kurs?
Kennst du Beispiele, wo neues Denken bereits gelebt wird?
Lass es uns wissen – in den Kommentaren oder per Nachricht. Der Diskurs beginnt hier.


  1. https://www.csu.de/politik/beschluesse/koalitionsvertrag-von-cdu-csu-und-spd-2025/%3Fpdf ↩︎
  2. https://www.bvmw.de/uploads/topics/Steuern-und-Finanzen/Downloads/Forderungen-Steuern-und-Finanzen-Bundestagswahl-2025.pdf ↩︎
  3. http://www.schule-im-aufbruch.de ↩︎

Was macht uns glücklich – und was brauchen wir 2025?

Bild: Created by OpenAI Dall-E, Georg Eck – Thema: “Was macht uns glücklich – und was brauchen wir 2025?“

1. Januar 2025 – Was macht uns glücklich? Diese Frage begleitet uns seit Jahrhunderten und bleibt doch so individuell wie wir selbst. Laut Andrew Jebb von der Purdue University liegt die „Lebenszufriedenheit“ global betrachtet bei einem Jahreseinkommen von etwa 81.000 Euro – natürlich abhängig von Land und Lebensstandard. In Deutschland sollen es 76.000 Euro sein (im Focus-Artikel nachzulesen). Doch Glück ist mehr als finanzielle Sicherheit. Es hängt davon ab, wie wir unser Leben gestalten, wie wir uns mit anderen verbunden fühlen und wie wir unsere Werte in die Welt einbringen.

Ein inspirierendes Beispiel ist Dänemark, das oft als das glücklichste Land der Welt gilt (wissenschaft.de). 2025 wollen wir als Familie „Hygge“ erleben – Gemütlichkeit, Zusammengehörigkeit und das Schätzen kleiner Momente. Doch Dänemark glänzt auch in anderen Bereichen: In der Digitalisierung liegt es auf Platz 2 der EU-Länder, Deutschland auf Platz 13. Beim Anteil der E-Autos steht Dänemark auf Platz 1, Deutschland auf Platz 5. Was können wir von diesem Ansatz lernen, um Lebensfreude und Fortschritt auch bei uns zu fördern?

Co-Kreation und Verbundenheit: Die Basis für Resilienz

Die Antwort auf viele Probleme liegt in der Verbundenheit. Menschen möchten spüren, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind. Co-Kreativität – das gemeinsame Entwickeln von Lösungen – entsteht, wenn wir Polarisierung hinter uns lassen und echte Zusammenarbeit fördern.

Zwei Beispiele zeigen, wie Verbundenheit unser Leben bereichern kann:

  1. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs):
    Diese globalen Leitplanken der UNESCO, der Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen schaffen eine gerechtere und nachhaltigere Welt. Sie bieten eine Plattform für Veränderung, die Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen einbindet. Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern Innovation und zeigen, wie die Zukunft aktiv gestaltet werden kann.
  2. Die Unverrückbarkeit von Grenzen seit dem Zweiten Weltkrieg:
    Frieden, Respekt und Zusammenarbeit – diese Prinzipien basieren auf dem Völkerrecht der Vereinten Nationen, das den Schutz der Grenzen weltweit stärkt. Dieses Abkommen erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Stabilität und Zusammenarbeit auch in unsicheren Zeiten zu bewahren. Vielleicht ist es an der Zeit, diese Werte noch weiter zu denken: Eine Welt, in der Grenzen, Menschen, Tiere und Natur gleichermaßen geachtet werden.

Bildung und Technologie: Die Schlüssel zur Zukunft

Bildung ist der Hebel, der alles bewegt. Sie muss endlich in den Mittelpunkt rücken – nicht nur in Wahlprogrammen, sondern in unserem Alltag. Wir brauchen Menschen, die kritisch denken, global vernetzt handeln und mutig neue Wege gehen. Bildung eröffnet Chancen und ebnet den Weg zu einer nachhaltigeren Gesellschaft.

Auch Technologie bietet enorme Potenziale. Klare Regeln wie der Green Deal, der auf eine zirkuläre Wirtschaft und Klimaneutralität abzielt, der EU AI Act und Cyber Resilience Act sind unverzichtbar, um Vertrauen zu schaffen und Technologien in Bahnen zu lenken, die ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig sind. Diese Leitplanken schaffen nicht nur Sicherheit, sondern auch Innovationsräume, in denen zukunftsfähige Lösungen entstehen können.

Mit Initiativen wie unserer Akademie und unserem Konsortium setzen wir darauf, Technologie für alle zugänglich zu machen. Unser Ziel: Menschen befähigen, neue Technologien zu verstehen, sie aktiv mitzugestalten und dabei Verantwortung für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu übernehmen. Digitalisierung wird uns nicht nur effizienter machen, sondern auch den Fachkräftemangel entschärfen und Veränderungsprozesse beschleunigen. Gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern!

Evolution statt Revolution: Gemeinsam gewinnen

Veränderung beginnt nicht mit einem Knall, sondern mit Entschlossenheit und Teamgeist. Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit – nach einer Welt, in der ihre Stimme zählt. Doch diese Gerechtigkeit braucht sichtbare, konkrete Taten, um Vertrauen zu schaffen.

Ein Blick nach China zeigt, dass es in vielerlei Hinsicht kritisch betrachtet werden kann, aber auch, wie schnell Wandel möglich ist. Während in Deutschland 2024 etwa 2.000 Elektrobusse unterwegs sein werden, fährt allein in Shenzhen eine Flotte von 17.000 rein elektrischen Bussen. Dieses Beispiel zeigt: Wenn Visionen und konkrete Maßnahmen Hand in Hand gehen, können enorme Fortschritte erzielt werden – unabhängig von Hürden oder Vorurteilen.

Dabei spielt auch die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Sie wird nicht verschwinden – im Gegenteil, sie ist der Motor für Veränderung. Ein starkes, gesamtgesellschaftliches digitales Mindset ist entscheidend, um diese Chance zu nutzen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz können den Fachkräftemangel abmildern, Veränderungsprozesse beschleunigen und uns nachhaltiger sowie ressourcenschonender machen. Jetzt ist der Moment, diese Potenziale durch Bildung und Zusammenarbeit voll auszuschöpfen.

Fazit: Gemeinsam Chancen nutzen

Glück entsteht durch Verbundenheit, Bildung, lebenslanges Lernen und mutige Entscheidungen. Wenn wir 2025 glücklicher sein wollen, sollten wir uns darauf konzentrieren, was uns eint: weniger Polarisierung, mehr Zusammenarbeit und klare Schritte für nachhaltige Lösungen. Es ist entscheidend, gelingende Projekte und Maßnahmen sichtbar zu machen, um zu zeigen, dass Wandel möglich ist – und um andere zu inspirieren, ebenfalls aktiv zu werden.

Die konsequente Umsetzung der SDGs, die Förderung von Co-Kreativität und ein digitaler Wandel, der alle mitnimmt, können uns helfen, die Jahre des Stillstands hinter uns zu lassen. Aber dafür braucht es nicht nur Träume – es braucht Taten. Jetzt.

Was wollen wir 2025 erreichen? Lass uns die Zukunft gestalten! Die Möglichkeiten sind da – du musst nur den ersten Schritt machen. Mach mit, und andere werden folgen. Gemeinsam schaffen wir Großes!

Ist die Zukunft – JETZT?

8. Juni „JETZT ist die Zeit“ mir scheint, man sagt diese Worte immer öfters. Meine Neugier, meine Freude, aber auch die Nervösität wachsen eben, denn ich bin zu einer Podiumsdiskussion eingeladen und bereite mich eben vor. Das Wort „JETZT“ unterstreicht vielleicht die Dringlichkeit einer Handlung. Angesichts der vielen Herausforderungen, vor denen wir stehen, wie z. B. der Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit oder technologische Entwicklungen in der Digitalisierung, kann die Betonung der Dringlichkeit dazu dienen, Menschen zum Handeln zu motivieren.

Der gegenwärtige Moment bietet eine besondere Chance und ein großes Potenzial über Veränderungen zu diskutieren. Wir Menschen sind in der Lage, positive Veränderungen herbeizuführen und die Zukunft aktiv zu gestalten, ob in der Familie, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft oder in der Bildung. Dies kann dazu ermutigen, Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen, die sich im gegenwärtigen Moment bieten. Immer mehr Menschen erkennen, dass Veränderungen notwendig sind, sei es auf individueller, gesellschaftlicher oder globaler Ebene. Die Aussage kann als Aufforderung dienen, dass wir unsere Denkweise, Werte und Handlungen überdenken und uns für positive Veränderungen engagieren sollten.

Eine philosophische Perspektive ist die Betrachtung der Zeit als kontinuierlichen Fluss. In diesem Zusammenhang könnte man argumentieren, dass die Zukunft, sobald sie eingetreten ist, Teil der Gegenwart wird. Die Zukunft ist demnach eine kontinuierliche Entfaltung von Ereignissen, die ständig in die Gegenwart übergehen. Gemäß dieser Auffassung wäre die Zukunft tatsächlich ein integraler Bestandteil des JETZT.


Das Bild oben von zwei Seglern (Anna Burnet und John Gimson, 12. Sept 2020*) als Team im Rennen betont die Bedeutung von Zusammenarbeit und Teamwork, um gemeinsam Ziele zu erreichen. In der Schule, in der Gesellschaft und in der Wirtschaft ist Zusammenarbeit oft entscheidend für den Erfolg. Wir können uns ermutigen, dass wir zusammenarbeiten, Ideen austauschen und voneinander lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Gleichzeitig ist ein Wettbewerb, eine Regatta auch Ansporn, Fähigkeiten zu entwickeln und uns den Herausforderungen, die sich ständig ändern können zu stellen. Wir sollten flexibel und anpassungsfähig sein.

Beim Segeln müssen die Seglerinnen und Segler ihre Strategien an die wechselnden Bedingungen anpassen, um voranzukommen. In ähnlicher Weise sollten wir uns in der Schule und in der Zukunft auf Veränderungen einstellen, neue Wege finden und uns den Herausforderungen anpassen, um erfolgreich zu sein. Wir setzen uns Ziele, um eine Vision für die Zukunft zu haben. Segler haben ein klares Ziel vor Augen und arbeiten hart daran, es zu erreichen.

Bildungsgerechtigkeit | Wie wird Bildung zeitgemäß?

Eines Tages erhielt ich eine Einladung, auf dem Kirchentag an einer Podiumsdiskussion zum Thema Bildungsgerechtigkeit teilzunehmen. Nachdem ich kurz darüber nachgedacht hatte, entschied ich mich, zuzusagen. Es gibt eine Reihe von Erkenntnissen, die mich schon seit einiger Zeit in meinem Engagement begleiten, und ich möchte dazu beitragen, dass diese Themen besser verstanden und öffentlich diskutiert werden. Gemeinsam können wir die anstehende Transformation wirklich bewältigen.

Seit vielen Jahren wissen wir eigentlich, was zu tun ist. Das eigentliche Problem liegt nicht in mangelnder Erkenntnis, sondern in der Umsetzung. Deshalb hat mich die Formulierung „Jetzt ist die Zeit“ sofort begeistert, denn JETZT ist es an der Zeit, aktiv zu werden.

Als Symbol für diese Haltung ließ ich ChatGPT bzw. DALL-E 2 ein Bild erstellen, das den FREI DAY von Schule im Aufbruch und das Logo des Kirchentags kombiniert. Ich finde, das Ergebnis ist sehr gelungen.

Bild: „Jetzt ist die Zeit“ und der FREI DAY von Schule im Aufbruch von künstlicher Intelligenz erzeugt (Mai 2023)

Erkenntnisse und Themen

Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE) hat eine große Bedeutung für die Gesellschaft und Wirtschaft, da sie darauf abzielt, Wissen, Fähigkeiten, Werte und Einstellungen zu fördern, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Die Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) ist der Versuch, einen Boxenstopp zu beschreiben auf dem Weg zu einer nachhaltigen Welt. Die Ziele geben uns aber keinen Hinweis darauf, welche Strategien und Lösungswege wir einschlagen können. Das alles liegt in der Gestaltungskraft unserer Gesellschaft.

Unsere Schülerinnen und Schüler werden Berufe ausüben, die heute noch nicht existieren und Werkzeuge benutzen, die noch nicht erfunden sind. Ihr Erfolg wird darauf bauen, Zusammenhänge zu verstehen, vorhandenes Global-Wissen möglichst schnell aufzufinden, mit Widersprüchen umzugehen, und mit Hilfe innerer Stärken und Talente, gemeinsam mit ihren Mitmenschen transformative Lösungen zu entwerfen.

Eine Bildung für nachhaltige Entwicklung ist kein weiteres Unterrichtsfach. Sie ist vielmehr eine Einladung, oder gar Aufforderung an unsere Bildungseinrichtungen – insbesondere für Schulen – BNE als neues Bildungsprinzip zu verstehen.

Die Lern-Kulturen in unseren Schulen benötigen folglich einen Fokus auf vernetztes Wissen, Denken und Handeln. Die Lern-Themen müssen für die Lernenden eine Relevanz haben.
Eigenverantwortung für den eigenen Lernprozess kommt einher mit Selbst- und Mitbestimmung im Unterricht. Mut und Kreativität kommen mit Freiräumen und Fehlertoleranz.

Eine Transformation der Lern- und Schulkulturen im Sinne einer BNE, wie es u.a. die Roadmap BNE2030 der UNESCO formuliert, verlangt jedoch viel mehr als nur Informationsvermittlung in Form von Fortbildungen und neuen Unterrichtsmaterialien. Ein Wandel in diesem Sinne benötigt ausreichend Freiräume sowie veränderte Haltungen und Kulturen der handelnden Menschen in Schulen, Schulverwaltung und -Behörden. Schule muss offener werden. Daher ist eine Vernetzung auf kommunaler Ebene mit anderen Schulen, Verwaltung, Gemeinden und Städten, außerschulischen Bildungsakteuren und auch mit der Wirtschaft ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung einer BNE in der Breite.

BNE zielt darauf ab unseren Lernenden transformative Bildungsprozesse zu ermöglichen. Eine flächendeckende Umsetzung in allen unseren Schulen und Bildungsbereichen verlangt daher eine transformative Entwicklungslogik. BNE ist eine Aufforderung, Schule neu zu denken und zu gestalten – einen Whole School Approach.

Bild Whole School Approach
Bild: Whole School Approach von Schwarz, Limmer, Lindau (KU Eichstätt, 2022 in Kooperation mit Schule im Aufbruch)

Wie ist der Zustand der Bildung?

Auf diese Frage erhielten wir eine Vielzahl unterschiedlicher Antworten von den Teilnehmern des Podiums: Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Migrationsforscher), Katharina Swinka (ehemalige Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz), Cornelia Trinkl (Stadträtin, Referentin für Schule und Sport, Nürnberg) und Georg Eck (Schule-im Aufbruch, Region Franken):

„Das Bildungssystem legt einen zu starken Fokus auf kognitive Bildung, während Co-Kreativität und Verantwortung aufgrund von Stress und Leistungsdruck vernachlässigt werden. Dadurch entsteht eine stark extrinsische Kultur, die niemandem guttut: weder den Schülerinnen und Schülern, die später in den Beruf gehen, noch den Familien oder den Lehrkräften, noch unserer offenen, demokratischen Gesellschaft und am wenigsten unserem gemeinsamen Planeten.

Die Angst vor Versagen und Zukunftsängste nehmen zu (siehe Ausgabe von chrismon Mai 2023 oder den Film „Bildungsgang„) und verhindern ein tieferes Verständnis komplexer Zusammenhänge, empathisches Denken und den Glauben an die eigene Wirksamkeit und das Potenzial, etwas bewirken zu können.“

In Deutschland ist es nach wie vor deutlich sichtbar, welcher Familie Kinder angehören. „Der schulische und berufliche Erfolg hängt vor allem davon ab, inwieweit das familiäre Umfeld ökonomische, kulturelle und soziale Unterstützung bieten kann,“ wie der Soziologe Aladin El-Mafaalani feststellt (Quelle: Deutschlandfunk 1. Mai 2021).

Allerdings ist die Abbrecherquote in deutschen Familien mit 4,6 % hoch, während sie bei Familien mit Migrationshintergrund bei 13,4 % liegt.

„Wir benötigen eine radikale Veränderung der Bildung, auch in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung, denn mit einer Kultur von Erfüllergeist und Fehlerangst ist keine gute Zukunft zu bauen.

Übrigens können wir einen Zusammenhang zwischen Burnout, Angst und Depression bei Erwachsenen und unserem Schulsystem erkennen, denn wir sprechen über Leistungsgesellschaft, aber übersehen, wer Leistung will muss Sinn und Beziehung anbieten. Ohne sie werden wir krank,“ sagt Margret Rasfeld in einem Interview (Quelle: Nürnberger Nachrichten, April 2023).

Zusammenfassung Podiumsdiskussion

Jetzt ist die Zeit: Wie wird Bildung zeitgemäß?
[Hier] geht es zum Beitrag von Schule im Aufbruch.


„Jetzt ist die Zeit“ kann Menschen ermächtigen und sie dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden und Veränderungen anzugehen. Es erinnert daran, dass wir nicht passiv auf Ereignisse warten sollten, sondern dass wir die Fähigkeit haben, Einfluss zu nehmen und die Welt um uns herum zu gestalten. Diese Art von Botschaft kann Menschen dazu inspirieren, ihr eigenes Potenzial zu erkennen und ihre Handlungen in die eigene Hand zu nehmen.


*) Bildquelle Veröffentlichung zur 126-ten Kieler Woche: Nacra 17 Rennen. Anna Burnet und John Gimson wurden Zweiter am 12. Sep 2020.